„Am Freitag legalisierte der deutsche Bundesrat die Tierquälerei“. Mit drastischen Worten wie diesen bringen viele Tierärzte und Tierschützer ihr Entsetzen zum Ausdruck – und kritisieren dabei auch die Rolle der Grünen …

Konkret geht es um die erteilte Zustimmung zu einer Novelle der Tierschutz-Nutztierverordnung, die dazu führt, dass die sogenannte „Kastenstandhaltung“ von Zuchtsauen acht weitere Jahre stattfinden darf.

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Grüne sind zufrieden

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) wollte, so warfen ihr Tierschützer vor, den Teil der Verordnung, der vorschreibt, dass Schweine in Kastenständen zumindest die Möglichkeit haben sollen, ihre Gliedmaßen sowie ihren Kopf in der Liegeposition ungehindert auszustrecken, streichen. Am Ende war es nun ein Kompromisspapier, welches im Bundesrat eine Mehrheit fand. Doch was die Grünen als den „Anfang des Ausstiegs aus der Kastenstandhaltung“ bezeichnen, nennt der Verein „Tierärzte für eine verantwortbare Landwirtschaft“ einen „faulen Kompromiss“. Eine Tierärztin erklärt gegenüber Medien: „Die neue Verordnung konterkariert und unterläuft ebenso wie die alte das Tierschutzgesetz und ist nach wie vor ein Rechtsbruch.“

Tiere werden traumatisiert

Eine oft wochenlange Zwangsfixierung von Schweinen in engen Käfigen ist zweifellos nicht verhaltensgerecht. Sauen brauchen zwingend Langstroh, um ihr angeborenes Nestbauverhalten ausführen zu können, für Mastschweine ist eine Wühlmöglichkeit essenziell, die sie auf nackten Spaltenböden nicht vorfinden und nicht ausleben können, führt die Tierärztin weiter aus und verweist darauf, dass sie und ihre Kollegen bereits dargelegt hätten, in welch hohem Maße nicht artgerechte Haltungsformen die Tiere physisch und psychisch traumatisierten.

Bildquellen

  • Schweine: Symbolbild: Pixabay / RoyBuri