Im schon im Frühling so arg vom Coronavirus gebeutelten Norditalien grassiert die Angst vor einer großen „zweiten Welle“. In der Region Friaul-Julisch-Venetien fürchten Regionalpolitiker einen Anstieg von Infektionen durch Migranten, die über die Balkanroute kommen. Kritiker sprechen indes von Angstmache.

Der stellvertretende Gouverneur der Region, Riccardo Riccardi, ist besorgt über die ansteigende Flüchtlingsbewegung entlang der Balkanroute. Er vermutet, dass Flüchtlinge, die asymptomatisch mit dem Sars-Cov-2-Virus infiziert seien, einwandern und womöglich Infektionen verursachen könnten.

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Zahl der Infizierten deutlich gestiegen

Dass die Migranten von den Gesundheitsbehörden in Bosnien, Serbien und Kroatien ausreichend überprüft würden, zweifelt Riccardi an.


Tatsächlich stieg die Zahl der Neuinfektionen in Bosnien-Herzegowina im Vergleich zur Vorwoche um 75 Prozent, in Serbien um 125 Prozent und in Kroatien um 232 Prozent an.
Erst am Montag schloss Griechenland seine Grenze für Serben, obwohl die EU die Einreise wieder erlaubt hatte. Das Einreiseverbot gilt nach Angaben der griechischen Behörden zunächst bis zum 15. Juli.

Vorwand für restriktive Flüchtlings-Politik?

Migranten-Organisationen befürchten, dass das Coronavirus als Vorwand für eine restriktive Flüchtlingspolitik herhalten müsse.

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  • Flüchtlinge: Ajdin Kamber / Shutterstock.com