Im Sommer des Jahres 1969 entschied die Menschenrechtskommission der Stadt, dass das Auswahlverfahren der New Yorker Philharmoniker beim Vorspielen der Musiker weiße Männer zu sehr bevorzuge. Das Orchester (und viele andere danach auch) reagierte auf die Vorwürfe, führte fortan „Blind Auditions“ ein. Dabei spielten die Kandidaten hinter einem Vorhang und die Jury hatte keine Ahnung, ob es sich nun um eine Frau, einen Mann, einen Asiaten oder einer Afrikaner handelte.

Diese Art des Vorspielens erwies sich sehr schnell als positiv. Dass seither tatsächlich nur nach Talent und nicht nach anderen Kriterien ausgewählt wurde, führte letztendlich dazu, dass die Hälfte des New York Philharmonic Orchestras mittlerweile aus Frauen besteht. 1970 lag die Quote noch bei mageren sechs Prozent. Doch diese gewonnenen Frauenrechte sind heutigen „Social Justice Warriors“ nicht genug. Und deshalb sollen sie schon bald der Geschichte angehören …

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Nur 1,8 Prozent sind Schwarze

Anthony Tommasini, der einflussreiche Musik-Kritiker der „New York Times“ forderte vor wenigen Tagen, diese „Blind Auditions“ wieder abzuschaffen. Und viele seiner Kollegen schließen sich an. Ihre Begründung: Nur 1,8 Prozent der US-Amerikanischen Orchestermusiker ist schwarz.

„Der Status Quo funktioniert nicht“, folgert Tommasini. Die Orchester müssten aktiv etwas unternehmen und blindes Vorspiel sei kein gangbarer Weg mehr. Schließlich müssten die Musiker auf der Bühne vor allem auch die Vielfalt in der Gesellschaft darstellen.

Über Talent hinwegsehen

Heutige Musiker, so führt der Kritiker weiter aus, seien außerdem ohnehin alle so gut ausgebildet, dass man sie kaum noch am Talent auseinanderhalten könne. Er vergleicht das in seiner Kolumne mit einer Elite-Schule, die nur Studenten mit perfekten Ergebnissen anziehen würde. Hier könne man über das Talent hinwegschauen und die Vielfalt feiern …

Bildquellen

  • Orchester: Symbolbild: Pixabay / Pexels