Die Erzdiözese Wien will bis zum Jahr ihre neun Pfarrkindergärten in Niederösterreich schließen. Immerhin 420 katholischen Betreuungsplätze werden also aus „Kosten- und Effizienzgründen“ abgebaut werden.

Diese Nachricht kommt ausgerechnet wenige Tage nachdem bekannt wurde, dass die Bundesregierung die Zuschüsse an die Kirchen heuer erhöhen werden wird.

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Es lohnt sich nicht mehr …

Neben Elternbeiträgen und Subventionen müsse die Kirche jährlich 390.000 Euro zuschießen, erklärt Kirchensprecher Michael Prüller gegenüber dem „Kurier“. Und es wären in den kommenden Jahren zudem auch noch Sanierungen fällig – Kostenpunkt: Fünf Millionen Euro. Der Erhalt der Kinderbetreuungsplätze würde sich schlichtweg nicht mehr rentieren, so die Begründung.

… trotz 20,8 Millionen Euro jährlich vom Staat

Für viele Beobachter sorgt diese Erklärung vor allem auch deshalb für Kopfschütteln, da die türkis-grüne Bundesregierung der Kirche deutlich mehr Geld zuschießen wird. Diese Zahlungen gehen auf einen Staatsvertrag zwischen Österreich und dem Vatikan aus dem Jahr 1961 zurück und dienen der „Abgeltung von Vermögensverlusten in der Zeit des Nationalsozialismus“. Die katholische Kirche erhält dafür einen jährlichen Fixbetrag.

Dieser wird heuer um 3,5 auf immerhin 20,8 Millionen Euro angehoben. Zusätzlich gibt es eine Nachzahlung von sieben Millionen Euro für die Jahre 2018 und 2019.

Bildquellen

  • Kirche: Symbolbild: Pixabay / Tama66