In den Medien von der Corona-Pandemie völlig überschattet: An den Küsten Süditaliens kommen wieder Hunderte Migranten in kleinen Booten an. In Malta nahmen Sicherheitskräfte alleine am Montag 95 Menschen auf.

Auf der italienischen Insel Sizilien sind die Lager nach Angaben der Behörden wieder vollkommen überbelegt. Vom Hotspot Lampedusa wurden Migranten nach Protesten in andere Lager verlegt, doch der Zustrom reißt nicht ab.
Im Juli kamen bisher fast 5.280 Migranten in Italien an – viel mehr als in den beiden Jahren zuvor!

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Immer wieder flüchten Flüchtlinge

In den Unterkünften kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. In der Stadt Porto Empedocle auf Sizilien kam es am Montag zu einer Massenflucht, wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb. Am Abend hieß es, die meisten der mehr als 500 Migranten seien wieder in Gewahrsam, ohne genaue Zahlen zu nennen. Bürgermeisterin Ida Carmina habe zuvor über unerträgliche Hitze und Enge dort geklagt.

Bürgermeister sind verzweifelt

Und bereits am Wochenende hatten sich 184 Migranten aus einem Camp in der sizilianischen Stadt Caltanissetta unerlaubt abgesetzt. Sicherheitskräfte hätten rund 120 von ihnen bis Montag aufgespürt. Sie seien in die Quarantäne zurückgebracht worden. Der verzweifelte Bürgermeister Roberto Gambino kündigte an, er wolle an das Innenministerium schreiben: „Ich fordere, dass niemand mehr nach Caltanissetta kommt.“

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  • Flüchtlinge: Ajdin Kamber / Shutterstock.com