Ab Freitag werden im Rahmen des islamischen Opferfestes („Kurban Bayrami“) auch in Österreich wieder Hunderte Tiere brutal getötet. Dabei wird ihnen die Kehle mit einem Messer durchtrennt. Anschließend bluten sie aus, verenden oft qualvoll. Das Schächten ohne vorangehende Betäubung ist in Österreich zwar grundsätzlich verboten. Für religiöse Zwecke dürfen solche „rituelle Schlachtungen“ unter bestimmten Umständen jedoch durchgeführt werden.

Dieses Jahr kommt noch die Angst vor Corona dazu: Für Festakte im öffentlichen Raum hat die „Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich“ (IGGÖ) bereits die Schutz- und Hygienemaßnahmen weiter verschärft. So ist etwa österreichweit das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ebenso verpflichtend, wie die konsequente Einhaltung des Mindestabstands von einem Meter. Oberösterreichs Landeshauptmann Stelzer (ÖVP) appeliert zudem im Sinne der Gesundheit aller, Feierlichkeiten im privaten Rahmen auf den eigenen Haushalt zu beschränken.

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„Göttliche Probe“

Österreichs Islamische Glaubensgemeinschaft begeht am Freitag, 31. Juli, mit dem Opferfest den höchsten islamischen Feiertag. An diesem – vier Tage lang andauernden Fest – gedenken Oberösterreichs Moslems der Prüfung des Propheten Abrahams durch Gott:
Der Prophet Ibrahim bestand nach muslimischer Überlieferung eine göttliche Probe, weil er bereit war seinen Sohn Ismael zu opfern. Allah gebot ihm Einhalt und schickte ihm stattdessen einen Widder zum Töten und Verteilen an die Armen.

Dem Tier werden die Augen verbunden und es wird so positioniert, dass sein Kopf in Richtung Mekka zeigt. Anschließend wird die Hauptschlagader des Tieres durchtrennt und es wird an den Hinterbeinen aufgehängt. Dadurch kann das Blut aus dem Körper des Tieres fließen. Das Schaf oder die Ziege wird für das Ritual nicht betäubt.

Angesprochen auf das Leid der Tiere erklärte die IGGÖ 2019 gegenüber der Zeitung „Heute“:
„Eid ul-Adha ist ein Fest des Teilens. Geteilt wird das Fleisch der Tiere mit den Armen und Bedürftigen weltweit. So ist es eine besondere Freude, dass wir als österreichische Muslime auch heuer wieder Muslimen weltweit – von Afghanistan über Bangladesch bis nach Somalia und Senegal helfen durften, damit sie ein schönes Fest im Kreise ihrer Lieben haben. Dabei ist unnötiges Leid für die Tiere natürlich zu vermeiden.“

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Tierarzt appelliert an die Politik

Dr. Franz-Joseph Plank, Tierarzt und Obmann der Organisation „Animal Spirit“ appelliert zum wiederholten Male an die Politik, ein Verbot des betäubungslosen Schlachtens – ohne jegliche Ausnahmen – gesetzlich zu verankern. „Hier haben sowohl Gesetzgeber als auch die kontrollierenden Behörden einen Kniefall vor völlig veralteten, anachronistischen religiösen Vorschriften vollzogen, welche in dieser Form aber weder im Koran noch in der Thora niedergeschrieben sind. ANIMAL SPIRIT kämpft seit vielen Jahren gegen diesen barbarischen Tiermissbrauch, denn Tierquälerei ist auch dann noch Tierquälerei, wenn sie „im Namen Gottes“ geschieht“, so Plank in einer Aussendung.
Er appellieren zudem an alle zuständigen Bezirks- und Veterinärbehörden, die seit 2013 in der Verfassung verankerte Staatszielbestimmung Tierschutz endlich wirksam umzusetzen. „Die Behörden müssen angewiesen werden, besonders auf Verstöße gegen Gesetze (Schaftransport im Kofferraum, Schwarz-Schächtungen auf Bauernhöfen oder am Feld, etc.) zu achten und auch entsprechenden Hinweisen aus der Bevölkerung explizit nachzugehen.“

LH Stelzer: „Nur im kleinen Kreis feiern“

In einer Presseaussendung ging Oberösterreichs Landeshauptmann nicht auf die immer wieder diskutierte Tierschutz-Thematik ein, sorgt sich lediglich um das Wohl der feiernden Moslems: „In Zeiten von Corona soll selbstverständlich das Feiern eines wichtigen religiösen Festes möglich sein. Aber wie bei so vielen Dingen in dieser Zeit ist es so, dass wir auch bei solchen Hochfesten darauf achten müssen, dass wir die Regeln einhalten. Auch wenn derartige Feierlichkeiten im privaten Rahmen stattfinden, appellieren wir an alle, dass die Feiern nur im kleinen Kreis begangen werden und auf den nötigen Schutz des Gegenübers geachtet wird“.

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Bildquellen

  • Opferfest: Odua Images / Shutterstock.com