Für die sexuelle Nötigung einer geistig behinderten Frau auf einer Parkbank hatte die 3. Strafkammer des Landgerichts Bamberg einen Afghanen zu 22 Monaten Gefängnis verurteilt, den 37-Jährigen aber zugleich in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Brisant: Jetzt musste das Verfahren wegen einer Revision am Bundesgerichtshof neu aufgerollt werden. Rund sechs Monate verbrachte der Afghane in der geschlossenen Abteilung des Bezirkskrankenhauses Bayreuth. Eine Therapie hat der Sexualstraftäter jedoch nicht begonnen. Er hält sich, trotz des eindeutigen Urteils, nämlich weiterhin für unschuldig.

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Revision abgeschmettert

Sein Revisionsantrag beim Bundesgerichtshof wurde aber abgeschmettert. Der 6. Strafsenat hatte an der Schuld keine Zweifel und befand auch die Strafhöhe für angemessen.
Was war passiert? Der Migrant hatte im April 2019 eine geistig behinderte Frau während eines Fahrradausfluges auf einer Parkbank begrabscht, ihr die Hose und Unterhose heruntergezogen und wollte sie zu sexuellen Handlungen zwingen.

Zweifel an Gefährlichkeit

Bei der Unterbringung in einem Bezirksklinikum hatte die Richterin jedoch Bedenken. Insbesondere die Gefährlichkeits-Prognose war aus ihrer Sicht nicht ausreichend begründet. Dabei hatte der psychiatrische Sachverständige sogar ein hirnorganisches Psychosyndrom gefunden, das mit einem Hieb mit einem Gewehrkolben auf den Kopf durch Taliban-Kämpfer, durch einen schweren Motorradunfall und eine Rauchgasvergiftung bei einem Wohnungsbrand zu erklären sei.

Als freier Mann entlassen

Doch die Strafkammer, die am Landgericht Bamberg für Berufungen und Revisionen zuständig ist fällte die unfassbare Entscheidung: Sie hob die Unterbringung auf und verhängte eine Bewährungsstrafe. Am Ende des Tages verließ der Afghane den Justizpalast als freier Mann. Blanker Hohn: „Sie wurden aber nicht freigesprochen“, soll ihm die Vorsitzende Richterin erklärt haben. Vielmehr müsse er sich nun bewähren.

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  • justitia: Symbolbild: Pixabay / pixel2013