Statler und Waldorf heißen die beiden griesgrämigen alten Herren, die in der „Muppet Show“ immer alles besser wissen und das Geschehen auf der Bühne von ihrem Zuschauerbalkon aus kommentieren. Im Vorfeld der Wien-Wahl am 11. Oktober haben die bekannten Handpuppen nun Nachahmer aus Fleisch und Blut gefunden: Gerald Grosz und Peter Hojač Westenthaler.

Ein Kommentar von René Rabeder

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Keine Spur von Demut

Eigentlich war es zuletzt relativ still um die zwei ehemaligen FPÖ/BZÖ Politiker, die man früher zur „Buberlpartie“ rund um Jörg Haider zählte. Der einst so umtriebige Westenthaler nahm von August 2018 bis Jänner 2019 gleich an gar keinen öffentlichen Terminen mehr teil, während Gerald Grosz die Liebe zum Selfie-Video entdeckte und sich in den letzten Monaten hauptsächlich selbst lustig fand und beim Ablesen seiner eigenen Kommentare filmte. Was die beiden, neben ihrer persönlichen Freundschaft, vereint: Sie wissen es (egal was „es“ ist) besser. Von der eigentlich angebrachten Demut, angesichts des eigenen Scheiterns bei politischen Wahlen, ist jedenfalls nichts zu bemerken. Und so belehren sie die Nation jetzt vom Muppet-Balkon aus. So weit, so gut.

Dass die Wiener Freiheitlichen nun ausgerechnet diese beiden Herren ins Rennen geschickt zu haben scheinen, um die Kandidatur von HC Strache zu torpedieren, mutet aber zumindest etwas verzweifelt an. Sie fischen also gemeinsam mit Statler und Waldorf Grosz und Westenthaler in den trüben Gewässern des Sommerlochs nach Meldezetteln, Rezepten und privaten Angelegenheiten zwischen Eheleuten. Wer hat denn eigentlich Westenthalers „Rechtsexperten“ bezahlt, die auf 60-Seiten dargelegt hatten, warum Strache am 11. Oktober nicht zur Wahl antreten könne? Ist das jetzt das Programm der FPÖ? „Wenn Strache antritt, gibt es Neuwahlen“, haben die Blauen sogar schon verkündet. Auch ein Weg, das drohende Debakel immerhin hinauszuzögern.

Wer liefert die Themen?

Dabei sollten sie froh sein, dass das Team Strache immerhin die Themen vorgibt. Zumindest ist es kein Einzelfall, dass man auf der Facebook-Seite von FP-Spitzenkandidat Nepp zeitversetzte „Highlights“ von HC Strache zu lesen bekommt (siehe nur eines von vielen Beispielen unten).

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Das letzte Hobby der Buberln von damals

Die FPÖ ist schlecht beraten, diesen Kurs weiter zu verfolgen. „Strache-Bashing“ und das Zerlegen der Ehe ihres ehemaligen Chefs, ist kein Wahlprogramm, das „echte Wiener“ auf Dauer interessieren wird. Auch wenn es das einzig verbliebene Hobby der „Buberln“ von einst zu sein scheint.
Spätestens am 12. Oktober fällt dann aber der Vorhang. Auch auf den ganz billigen Plätzen.