Wirft Gesundheitsminister Anschober noch vor Weihnachten das Handtuch? Grüne Insider berichteten zuletzt, der Oberösterreicher hätte längst die Freude am Job verloren, wirke verkrampft und sogar oft „angefressen“. Dass die „Corona-Ampel“ zum absoluten Debakel zu verkommen droht, könnte nun der Tropfen sein, der Rudis „Häferl“ zum Überlaufen bringt.

Kommentiert von René Rabeder

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Schreiduelle am Telefon

Noch im Juli war Anschober laut Umfragen der beliebteste Politiker des Landes. Und auch innerhalb der Bundesregierung war er „Everybody’s Darling“. Doch diese Zeiten sind vorbei. Letzte Woche soll es bei einer Telefonkonferenz mit den Landeshauptleuten zu regelrechten Schreiduellen gekommen sein. Grund: Die unsägliche Corona-Ampel, die mit undurchschaubaren Kriterien, aber ohne vollziehbare Gesetze und Verordnungen dahergekommen war. Umstände, die auch innerhalb der Regierung – ja sogar von Anschobers grünen Kollegen – angeprangert werden. Gesetze könne Anschober aber erst in frühestens zwei Wochen nachliefern. „Das muss schneller gehen“, soll Bundeskanzler Sebastian Kurz drängen und auch Vize Werner Kogler soll langsam grantig werden. Verhindert nämlich die Opposition die neuen Gesetze auch noch im Bundesrat, könnte sich der Start dieser „Ampel-Gesetze“ sogar bis November verzögern.

Ärztekammer fordert Entschuldigung

Viel schlimmer als das: Anschober hat längst den Rückhalt der Ärzte verloren. Die Ärztekammer wirft dem Minister vor, er würde den Einsatz der Mediziner während der Pandemie „kleinreden“. Auf ihrer Seite veröffentlichte die Kammer ein Statement, fordert eine Entschuldigung: „Minister Anschober muss verstehen, welche Empörung es in der Ärzteschaft vor diesem Hintergrund hervorruft, wenn diese Leistung, die unter höchstem persönlichen Einsatz erbracht wurde, tatsachenwidrig missachtet wird“, so Steinhart, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte. „Eine Entschuldigung erscheint uns angebracht. Der Einsatz der Ärztinnen und Ärzte muss respektiert und honoriert werden.“

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Dr. Marcus Franz: Ampel dient nur zum Schüren der Angst

Dem Facharzt für Innere Medizin und ehemaligen Nationalratsabgeordneten Dr. Marcus Franz, gehen die Zeilen der Kammer indes nicht weit genug. „Es sind viel zu milde Worte. Man muss den Politikern jetzt einmal klar sagen, dass die Corona Maßnahmen nach wie vor völlig überzogen sind“, schreibt Franz in einem Facebook-Beitrag. Für 90 Prozent der Bevölkerung bestünde überhaupt kein Anlass, sich zu fürchten und die Sterblichkeit liege aktuell bei Null. Für Dr. Franz ist die „Corona-Ampel“ nur ein weiteres Instrument Angst zu schüren.
Ein Verdacht, der immer wieder auftaucht und Anschober längst den Spitznamen „Angstschober“ eingebracht hat.
Die Tatsache, dass das Gesundheitsministerium scheinbar auch keinen Plan für den Winter hat und damit viele Touristenregionen völlig in der Luft hängen, macht das Gesamtbild nicht besser.

„Lass es sein, Rudi“

Klar ist: Einer der schlimmsten „Corona-Fälle“, die es in Österreich bisher gegeben hat, ist der tiefe Fall des Rudi Anschober. Gerade als Gesundheitsminister sollte man mit gutem Beispiel vorangehen, an das eigene Wohlbefinden denken und einfach aufhören, bevor es noch schlimmer wird.
Unter uns Oberösterreichern: Lass es sein, Rudi. Deine Ampel steht schon längst auf Rot.

Bildquellen

  • Anschober: Alexandros Michailidis / Shutterstock.com