Nachdem in der Nacht auf Mittwoch mutmaßlich Migranten selbst das Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos in Brand steckten und in der Folge Rettungskräfte mit Steinen bewarfen („Jetzt24 berichtete„) werden aus Kreisen linker Politiker bereits Stimmen laut, die Illegalen nun nach Europa zu holen. 

Auch aus Österreich meldeten sich bereits einige „Hilfswillige“ zu Wort. Der prominenteste: Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

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Erste Signale aus Deutchland

„Wir müssen umgehend Hilfe vor Ort leisten und die Menschen, darunter viele Familien und Kinder, da rausholen“, schreibt SPD-Chefin Saskia Esken (59) bei Twitter und fordert von der Bundesregierung, sie solle „den Weg freimachen für die Aufnahme in den Kommunen der Seebrücke“.

Ihr Parteikollege, der Europa-Abgeordnete Tiemo Wölken (34), twitterte: „Es war schon immer unerträglich, dass es so einen Ort in der #EU gibt. Er ist heute endgültig zum humanitären Offenbarungseid geworden. Retten wir diese Menschen. Jetzt.“

Auch NRW-Innenminister Armin Laschet (59, CDU) signalisierte, Geflüchtete aufnehmen zu wollen. „Die Bilder aus Moria sind bestürzend. Die Menschen auf der Flucht haben nach dem Feuer alles verloren, selbst das einfache Dach über dem Kopf“, erklärte er seinen Vorstoß. „Hier ist schnelle humanitäre Hilfe erforderlich.“

Angst vor 2015

Für viele Beobachter handelt es sich bei der mutmaßlichen Brandstiftung um Erpressung. Die illegalen Migranten sollen nun „endlich“ nach Mitteleuropa weiterreisen. Nicht wenige befürchten, die Aktion könnte sogar Erfolg haben und ein „zweites 2015“ auslösen.

Und tatsächlich: „Diese Bilder dürfen uns nicht kalt lassen! Angesichts der dramatischen Situation in #Moira, muss sich Europa solidarisch zeigen. Wir müssen helfen, Menschen zu retten & Geflüchtete, die ihr letztes Hab & Gut in den Flammen verloren haben, unterstützen. Europ. Zusammenhalt jetzt!“, zwischterte Gesundheitsminister Rudi Anschober heute auf Twitter.

Unter anderem der NEOS-Abgeordnete Helmut Brandstätter antwortete Anschober, nahm die Regierung in die Pflicht:

Dass es bei „ein paar armen Kindern“ bleiben würde, ist indes wenig wahrscheinlich.

Bildquellen

  • Anschober: Alexandros Michailidis / Shutterstock.com