Das riesige Migrantenlager „Moria“ auf der griechischen Insel Lesbos steht nach dem Ausbruch mehrerer Brände in der Nacht auf Mittwoch vollständig in Flammen. In der Nacht begannen die Behörden laut griechischen Medienberichten mit der Evakuierung des Lagers, nachdem Wohncontainer Feuer gefangen hatten.

Nach Angaben der Feuerwehr waren mehrere Brände innerhalb des Lagers wie auch in der Umgebung ausgebrochen. Asylwerber flüchteten laut den Angaben zu Fuß in die Wälder oder in Richtung des Hafens der Inselhauptstadt Mytilini. Augenzeugen berichteten, dass Einwohner flüchtende Asylwerber daran gehindert hätten, ein nahe gelegenes Dorf zu betreten.

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Retter mit Steinen beworfen

Nach Ausbruch des Feuers hätten die Migranten sogar die Feuerwehrleute mit Steinen beworfen und versucht, sie an den Löscharbeiten zu hindern, berichtete der Einsatzleiter im Fernsehen. Sondereinheiten der Bereitschaftspolizei waren im Einsatz. Videos in Sozialen Netzwerken zeigten Menschen, die „Bye bye, Moria“ sangen.
Vorangegangen waren Unruhen unter den Migranten und Flüchtlingen, weil das Lager seit voriger Woche nach einem ersten Coronavirus-Fall unter Quarantäne gestellt worden war.

Bildquellen

  • Moria: Nicolas Economou / Shutterstock.com