Das OVG Münster hat die Beschwerde eines Ehepaares gegen den Muezzin-Ruf einer Moschee in ihrer Nachbarschaft am Donnerstag abgewiesen. Brisant: Die Vorsitzende Richterin erkannte in ihrer Urteilsbegründung keinen Unterschied zu Kirchengeläut oder auch Lautsprecherdurchsagen im Wahlkampf.

Die Frage, ob der Ruf des Moslem-Vorbeters die Kläger wirklich belastet, stand beim Verfahren im Vordergrund – das Gericht befand, dass die Belastung nicht zu groß sei.

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„Allahu Akbar“ sei kein Ruf, den man folgen müsse

Das deutsche Ehepaar lebt etwa 900 Meter entfernt von der Ditib-Gemeinde, hatte jedoch nicht nur wegen der Lautstärke geklagt, sondern vornehmlich wegen des Inhalts des Rufs – insbesondere wegen des ausgerufenen Bekenntnisses „Allahu Akbar“ (Allah ist der Größte).

Der WDR berichtet über das Argument des Paares: „Die muslimische Gemeinde stelle in ihrem Muezzin-Ruf den Gott der Muslime, Allah, über den christlichen Gott und Jesus Christus. Außerdem sei die Intonation des Rufes nichts für mitteleuropäische Ohren“. Dazu sagte die Richterin am Mittwoch: „Es ist kein Zwang. Es ist ein Ruf, dem man nicht folgen muss“. Eine Revision werde erst gar nicht zugelassen.

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  • Justiz: Symbolbild: Pixabay / WilliamCho