Das beste Deutschland, das es je gab? Ein deutsches Rentner-Paar aus Neckartailfingen soll bis zum Monatsende ausziehen. Obwohl sie in ihrer Wohnung in einem alten Schulhaus seit 25 Jahren leben. Der unfassbare Grund? Die Gemeinde will Flüchtlinge in der Wohnung unterbringen.

„Der 76-jährige Neckartailfinger und seine 73 Jahre alte Partnerin sitzen vor leeren Schränken und gepackten Umzugskisten“, ist in regionalen Medien zu lesen. Bis zum 30. September sollen sie ihre Wohnung verlassen. Das Landgericht hat das dazugehörende Urteil des Amtsgerichts Nürtingen bestätigt: Die Unterbringung von Flüchtlingen überwiegt alle Härten.

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Trotz Schlaganfalls muss Rentner ausziehen

„Wir hängen total in der Luft“, sagt die 73-Jährige gegenüber einer Zeitung. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht und die Zeit bis zum Monatsende wird immer kürzer“, ergänzt der 76-jährige Ehemann. Das Paar fühlt sich beim anstehenden Umzug alleine gelassen.
Brisant: Trotz eines Schlaganfalls im Vorjahr muss der 76-Jährige die gemeindliche 150-Quadratmeter-Wohnung nach 25-jährigem Mietverhältnis bis Ende September räumen. Die Gemeinde möchte in der Wohnung Asylbewerber unterbringen.

Asylwerber gehen vor

Die Gemeinde habe „nachvollziehbar dargelegt, dass sie die Sechs-Zimmer-Wohnung aufgrund ihrer Größe zur Anschlussunterbringung benötigt“, begründet Richterin Claudia Broß ihr Urteil. Dass das Landratsamt derzeit für Neckartailfingen andernorts Flüchtlinge unterbringt, zu deren Aufnahme die Gemeinde verpflichtet ist, sei „reine Kulanz, die nichts an der bestehenden Verpflichtung der Gemeinde zur Aufnahme der ihr zugewiesenen Personen ändert“.

Bildquellen

  • Rentner: Symbolbild: Pixabay / PICNIC-Foto-Soest