Sonntagabend ist eine weitere innenpolitische Bombe geplatzt: Dominik Nepp (FPÖ) sei seit 2015 „Spesen-Insider“, HC Strache wurde aber nie informiert. Die belastenden Anschuldigungen kommen von Straches Ex-Bodyguard. Das geht aus einem Artikel des „Kurier“ hervor.
 
Äußerst brisant ist eine Aussage des ehemaligen Leibwächters von HC Strache, Oliver R., Teil der Ibiza-Bande und Beschuldigter in der „Spesen-Angelegenheit“, der bei seiner Einvernahme am 02. Oktober 2019 im Bundeskriminalamt aussagte:
Nur mit der Schulter gezuckt

 

Oliver R.: „Ich habe in meiner ersten Einvernahme ausgesagt, dass auch Dominik Nepp darüber informiert gewesen sei, dass ich (Oliver R.) diverse Abrechnungen bzw Belege von HC Strache sammle und mich dadurch absichere. Dies muss meiner Erinnerung nach so 2014 oder 2015 gewesen sein, und zwar im Zuge einer Diskussion betreffend die hohen Ausgaben von HC Strache.
Auf Nachfrage, ob ich ihm (Dominik Nepp) dezidiert gesagt habe, dass hier auch falsche Rechnungen vorgelegt werden, gebe ich an, dass ich ihm sicher gesagt habe, dass wir Rechnungen umwandeln. Er hat lediglich mit den Schultern gezuckt und ist gegangen“.
Damit ist belegt, dass Dominic Nepp als damaliger Finanzreferent der FPÖ Wien und zuständiges Kontroll- und Prüforgan der finanziellen Gebarung der FPÖ Wien und all seiner Funktionären und Angestellten informiert war, dass seitens des Ex-Leibwächters von HC Strache krumme Dinge laufen, er aber „lediglich mit den Schultern gezuckt hat und gegangen ist“.
Neue Fragen

 

Für das Team Strache wirft das neue Fragen auf:
➢ Warum ist Herr Nepp als Finanzreferent der FPÖ Wien jahrelang nicht tätig geworden?
➢ Warum hat Herr Nepp als Finanzreferent der FPÖ Wien deren Obmann Heinz-Christian Strache damals nicht informiert, dass hier hinter seinem Rücken krumme Dinge mit Belegen und Spesenabrechnungen passierten?
➢ Warum ist Herr Nepp als Finanzreferent der FPÖ Wien seiner Kontroll-, Prüf- und Berichtspflicht nicht nachgekommen?
➢ Waren Herr Nepp oder andere Funktionäre der FPÖ Wien vielleicht sogar involviert?
„Nepp wusste von krummen Dingen“

 

HC-Generalsekretär Christian Höbart in einem ersten Statement dazu: „Sämtliche Vorwürfe und Lügenkonstruktionen der näheren Vergangenheit – „Ibiza“, das von der FPÖ vorangetriebene „Meldeverfahren“, die „Vereinsangelegenheiten“ und auch der Vorwurf „Kappel/Mandatskauf“ – sind in sich zusammengebrochen.
Und auch bei den Spesen hat sich HC Strache nichts vorzuwerfen, seine Assistenten wurden immer angewiesen, Belege in ‚Privat’ und ‚Beruflich/Politisch‘ aufzuteilen, hat seine privaten Ausgaben stets selbst bezahlt und wusste nichts von irgendwelchen Spesen-Malversationen.
Ex-Leibwächter und Ex-Mitarbeiter aus dem FPÖ-Büro haben offenbar ohne Wissen des HC Strache „umgewandelte“ Rechnungen organisiert und eingereicht. Die Staatsanwaltschaft wird prüfen, ob sich diese Personen dadurch ein Körberlgeld dazu verdient haben.
Aber dass nun herauskommt, dass der ehemalige Finanzreferent und nunmehrige Spitzenkandidat der FPÖ Wien Nepp schon seit 2015 wusste, dass jedenfalls der ehemalige Leibwächter HC Straches krumme Dinge mit Spesenbelegen trieb und seinen Obmann und Chef HC Strache niemals informierte, schlägt dem Fass den Boden aus.
Wir werden nun einen noch härteren und entschlosseneren Weg betreffend der Aufklärung einschlagen, denn die nun auftauchenden Informationen, wer aller in diesem Kreis involviert war, sind wirklich ungeheuerlich!“
Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Bildquellen

  • Strache: Screenshot: Facebook / HC Strache