Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan richtet sich mit einem eindringlichen Appell an die Europäer. Vor dem Hintergrund der verheerenden Kämpfe in Berg-Karabach warnt er vor allem vor der Rolle der Türkei. „Ich erwarte eine klare Position. Wenn die internationale Gemeinschaft die geopolitische Bedeutung dieser Situation nicht korrekt bewertet, sollte Europa die Türkei bald nahe Wien erwarten“.

Deutschland sollte auch die Einbindung von in Syrien rekrutierten Terroristen und Söldnern in diesen Konflikt in der Region durch die Türkei („Jetzt24“ berichtete) bewerten, so Paschinjan gegenüber „Bild“.

Anzeigen

Für Genozid an Armeniern zurückgekehrt

Die Türkei sei nach hundert Jahren in die Region Südkaukasus zurückgekehrt, „um den Genozid an den christlichen Armeniern fortzusetzen, der im Herbst 1915 in der Türkei stattfand“, sagte Paschinjan, der dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan eine imperialistische Politik vorwirft.
Der armenische Regierungschef hatte am Samstag mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel telefoniert. Sie äußerte sich nach Angaben der Regierung besorgt über die Eskalation und forderte, „dass alle Seiten die Kampfhandlungen unverzüglich einstellen und Verhandlungen aufnehmen müssten“.

Bildquellen

  • Krieg Armenien-Aserbaidschan: Adisak Riwkratok / Shutterstock.com