Um zu entscheiden, wo man am Wahltag sein Kreuzerl macht, hilft es sicherlich, sich neben den Programmen sowohl die Gegner als auch die Unterstützer der Parteien anzusehen. Wir von „Jetzt24“ haben das bei der Wien-Wahl gemacht. Keine andere Partei ist hier so interessant, wie das „Team HC Strache“. Das liegt einerseits natürlich an der Figur des Obmanns, andererseits aber auch daran, dass es die einzige Bürgerliste ist. Menschen aus dem Volk – Menschen mit Berufs- und Lebenserfahrung, die die Chance bekommen, Politik zu gestalten. Wir finden das unheimlich spannend und bitter nötig, in der Zeit von Message-Control und gekauften und gefügigen Mainstream-Medien.

René Rabeder war am Viktor-Adler-Markt

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„Österreich ist ein gutes Land“

Seit sie meine Pressekarte gesehen hat, lächelt sie. „Ich war auch früher Redakteurin bei einer Zeitung. Zuhause in Rumänien. Dann bin ich nach Wien gekommen und habe ein bisschen Psychologie studiert. Und jetzt bin ich halt hier“, erzählt sie. „Wenn man sich am Viktor-Adler-Markt um die öffentlichen Toiletten kümmert, kann ein Psychologiestudium nicht schaden“, denk ich mir laut. „Österreich ist ein gutes Land“, sagt sie. „Und Strache?“, frage ich sie nach dem Kandidaten, der mit seiner Bürgerbewegung am Mittwoch ein „Fest der Freiheit“ feiert. „Ja, der ist gut. Für die Menschen.“

So wie die Dame aus Rumänien, die Toiletten in Wien-Favoriten sauber hält, geht es vielen Migranten, mit denen ich sprechen durfte. Sie sind dankbar und froh, in Österreich eine sichere Heimat gefunden haben. Und sie sind wütend und zornig auf jene, die sich hier nicht benehmen können. Und auf die Politiker, die sämtliche Konflikte und Kulturen zu uns einladen, wegen denen sie überhaupt erst ihr Heimatland verlassen mussten.
Auch Salwa Maghsood musste ihre Heimat Irak verlassen. Die freiberufliche Wirtschaftsinformatikerin kandidiert nun für die „Liste HC Strache“ bei der Wiener Wahl am Sonntag.

Mit jenen, die sich bei uns nicht integrieren wollen, hat Polizist und Sicherheitssprecher des „Team HC Strache“, Zoran Kovacevic viel zu tun. Er berichtet von „respektlosen Migranten“ und „weltfremden Grünen“. Auch das spricht HC Strache auf der Bühne in seinem „Wohnzimmer“ am Viktor-Adler-Markt an. Nicht zuletzt die wahnwitzige Idee der Partei um Vizebürgermeisterin Hebein, die Wiener Polizei zu entwaffnen, sondern vor allem auch die „chaotische“ Verkehrspolitik sind Strache ein Dorn im Auge. Und so teilt er in seiner Rede gnadenlos aus. „Sollen die Polizisten mit Wattepauschen nach Bankräubern werfen, bis diese sich ergeben“, fragt er? „Nein, wir sind stolz auf unsere Polizisten und stehen hinter ihnen!“ Als HC den letzten Satz ins Mikrofon sagt und die Hunderten Zuseher jubeln, werfe ich einen Blick auf die Männer und Frauen in Uniform, die an diesem Mittwoch in großer Stärke vertreten sind. Balsam auf ihren Seelen. Leises und verhaltenes Zustimmen unter den Beamten, die zuletzt so viel einstecken mussten.

Quelle: Jetzt24

„Na, weil wir hier in Favoriten sind“

Als ich bei meiner Ankunft am Markt gefragt habe, warum so viele Polizisten vor Ort seien, bekam ich die knappe – aber sinnvolle – Antwort „Na, wir sind in Favoriten“. Außerdem sei irgendwo in der Nähe die „Antifa“ unterwegs.
Strache arbeitet sich mittlerweile an der Verkehrspolitik der Grünen ab. Pop-Up-Radwege, Gürtelpool und Co. geben ihm jede Menge Munition. Mit Renate Achtsnit hat er eine Architektin in seinem Team, die in Zukunft an der Gestaltung der Bundeshauptstadt verstärkt mitreden will.

Corona-Volksbegehren nach Einzug in den Landtag

Weil die Veranstaltung schon den Namen „Fest der Freiheit“ trägt, geht es natürlich auch um Corona. Hier wartet HC Strache mit einem Versprechen auf, kündigt nach dem Einzug in den Landtag ein Österreichweites Corona-Volksbegehren an. „Die Österreichische Bundesregierung führt unser Land jeden Tag ein Stück weiter in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Abgrund und auch die Wiener Stadtregierung ergeht sich weiter in Ankündigungspolitik, ohne den Unternehmen wirklich effektiv zu helfen. Die Maskenpflicht kostet den Handel derzeit rund 500 Mio. Euro pro Monat an Umsätzen. Der Handelsverband geht sogar davon aus, dass die Österreicher heuer um 16 Mrd. Euro weniger ausgeben werden als 2019. Seit Monaten fordere ich daher, diese unsägliche Corona-Verbotspolitik zu beenden und umgehend zur Lebensnormalität zurückzukehren“, erklärte Strache schon Stunden vor dem Fest in einer Aussendung. Diese ganze Panikmache und dieses Überdramatisieren müsse endlich aufhören, denn die Sterblichkeit im Zusammenhang mit dem Coronavirus liege weit niedriger, als man uns am Anfang weismachen wollte. Für diese übertriebene Verbotspolitik mit Masken- und Registrierungszwang, angedrohten Ausgangssperren und nun einem möglichen zweiten Lockdown gebe es keinerlei Legitimierung mehr.

Quelle: Jetzt24

Fellnasen im Wind

HC Strache in seinem Wohnzimmer. Das bedeutet seit jeher Fahnen, gute Stimmung und „HC, HC, HC“-Rufe. Hier hat sich nichts geändert. Und auch mit seinem neuen Team hat sich daran nichts geändert. Nur ein kleiner Hund muss an diesem kalten und windigen Tag etwas „leiden“. Seine Halterin erzählt mir, dass er früher auch immer beim Strache am Markt war und ihm der Lärm nichts ausmache. „Aber er hatte ein Halstuch, damit es ihm nicht kalt war“. Das war aber von der FPÖ. „Das binde ich ihm jetzt nicht mehr um!“, sagt sie. Die Fellnase erhebt keinen Einspruch.

„Nazis raus!“ Sofort nach dem Ruf wird das Fenster hinter den Worten auch wieder geschlossen. Wie ein infantiler Klingelscherz. Wer auch immer diese Worte über den Viktor-Adler-Markt gebrüllt hat, das Fenster ist ziemlich genau an jener Stelle, von wo aus das Foto geschossen wurde, das Peter Westenthaler postete. Entstanden lange vor der Rede HC Straches. Lange bevor sich der Platz mit Menschen und mit Hoffnung gefüllt hatte. Das ist der Zustand der Opposition in Wien. Die Werkzeuge der FPÖ, eingehängt mit kindischen Linken, die der Handlung des Geschehens offenbar lange nicht mehr folgen können.

„HC is Back“

„Unterstützt das Team HC“, schallt es aus den Lautsprechern. Die Menge tobt. Es regnet Konfetti. HC ist wieder da. Der Viktor-Adler-Markt ist noch immer sein Wohnzimmer. Doch die mahnenden Worte von Generalsekretär Christian Höbart klingen nach. „Wer am Montag noch HC will, der muss am Sonntag auch HC wählen!“

Bildquellen

  • Polizei: Jetzt24
  • HC Strache: Jetzt24
  • FestderFreiheit: Jetzt24